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Über den Ort Neuwalde in Schlesien

Der Ort Neuwalde (heute: Nowy Las), Kreis Neiße in Oberschlesien, liegt nahe der Grenze zu Tschechien und 16 km südlich der Stadt Neiße. Es handelt sich um ein typisches Straßendorf. Entlang der Hauptstraße liegen die Häuser und Höfe, von denen sich ursprünglich nach hinten heraus - in den Wald - die zu bewirtschaftenden Felder anschließen.

Nach der Literatur wurde der Ort Nowy Las erstmals 1249 als Silva nostra erwähnt. Andere Quellen erwähnen den Namen "Waldow", als Bischof Thomas I. "Waldow" (1300: Antiquum Waldow) dem Ritter Smilo den Ort zur Aussetzung nach deutschem Recht überließ. 1284 wird Neuwalde unter den 65 Dörfern genannt, die Herzog Heinrich IV. von Bischof Thomas II. zurückforderte. Hintergrund war, dass die Breslauer Bischöfe im Zuge der Besiedlung diese Orte auf dem auf Gebiet des herzoglichen Grenzwaldes (Preseca) angelegt hatten, heißt es etwa in dem Buch "Neuwalde, Dorf im Kreis Neisse" von Christine Reich und Hildegard Rösner.

Am Ende des Kirchenstreits (1282 - 1288) erhielt der Bischof danach eine weitgehende Landeshoheit im Bistumland, die 65 strittigen Dörfer blieben bischöflich. Im Jahr 1372 ist der Ortsname "Nujwinwalde".  

Im "Verzeichnis der Huben und Erbuntertanen im Fürstentum Neisse vom Jahr 1576", das im Staatsarchiv Breslau aufbewahrt wurde, lebten im Jahr 1576 in dem Ort Altewalde (1) in Neuwalde (4) und in Ludwigsdorf (2) bereits Allnochs mit dem bis heute unveränderten Nachnamen.

In den Zeiten des 30jährigen Krieges (1618 - 1648) könnte die Rittermäße Erbscholtisei in Neuwalde in den Besitz der Familie Allnoch gekommen sein. Erster namentlich bekannte Scholtisei-Besitzer ist Barthel Allnoch (bis 1642).

Bild: Die Erbscholtisei der Familie Allnoch (Aufnahme unbekannt) stand in Neuwalde neben der Kirche und vor der Bahnlinie Neiße - Neustadt (Bahnlinie-Fertigstellung: 1876). Am linken Bildrand ist über dem Zaun das Familienwappen der Allnochs noch gut erkennbar.


Danach folgten als Erbscholtisei-Besitzer Hans Allnoch (1642 - 1669), Michael Allnoch (1669 - 1699), Michael Allnoch (1699 - 1730), Georg Allnoch (1730 - 1763), Georg Allnoch (1763 - 1797), Anton Allnoch (1797 - 1835), Johannes Allnoch (1835 - 1862) und zuletzt Emil Allnoch (1862 - 1883), der die Scholtisei schließlich verkaufte.

 

Bild: Alte Postkarte, datiert vom 21.09.2024. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Scholtisei der Familie Allnoch nur noch als Postagentur genutzt. Das Kloster (oben rechts) stand gegenüber der Kirche, daneben - in Richtung Bahngleise - hat sich die Schule mit Sportplatz angeschlossen. Kloster (im Krieg zerstört) und Schule sind nicht mehr vorhanden.


Alle bisher bekannten Personen mit dem Nachnamen "Allnoch" können mit der Erbscholtisei in Neuwalde in Verbindung gebracht werden.

Ausgehend von der Scholtisei der Familie Allnochs haben sich - weichende Erben - in Neuwalde niedergelassen, u.a.:

  • Michael Allnoch (um 1700) mit Catherina Glatzel, der über Joseph Allnoch (1729 - 15.06.1772), Lorenz Allnoch (17.10.1769 - 17.02.1844), Laurentius / Lorenz Allnoch (12.11.1799) & Rosa Hoheisel (Haus No. 28), Johann Ignatz (21.01.1824 - 31.08.1895) mit Magdalena Langer (No. 43), Carl Allnoch (24.08.1871) mit Ottilie Machate und die Kinder Johann (13.01.1900 - 26.09.1946), Josef Silvester (31.12.1898 - 28.10.1974) und Martha (22.11.1906) bis 1946 in Neuwalde verblieben ist.      
  • Reihe wird fortgesetzt...