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Die Familiengeschichte und der Familienname Allnoch ist über viele Jahrhunderte eng mit Schlesien verbunden. Sehr wahrscheinlich sind die Allnochs im Zuge einer Siedlungsbewegung aus Südwestdeutschland bzw. letztendlich aus dem elsässischen Ort Altenach vor über 450 Jahren nach Schlesien eingewandert.

 

Die Familie Allnoch seit 1576

Wappen der Familie Allnoch in Neuwalde

Erste nachweisliche Erwähnungen des Namens Allnoch finden sich im "Verzeichnis der Huben und Erbuntertanen im Fürstentum Neisse vom Jahr 1576", das im Staatsarchiv Breslau aufbewahrt wurde. Danach lebten im Jahr 1576 in dem Ort Altewalde  (1) in Neuwalde (4) und in Ludwigsdorf (2) bereits Allnochs mit dem bis heute unveränderten Nachnamen. Die drei Dörfer sind zweireihige Reihendörfer, die entlang der Straße hintereinander (von Nord nach Süd: Altewalde, Neuwalde, Ludwigsdorf) liegen.

Der Ort Neuwalde hatte in der Geschichte der Allnochs lange Zeit eine große Bedeutung. Neuwalde wird lt Wikipedia 1249 erstmals erwähnt, nach dem Lib.Fund (ca. 1300) besaß das Dorf zu dieser Zeit 43 1/2 große Huben  (Huben = Flächenmaß), von denen die Kirche 3/4 und der Scholze 7 und 3 Ruten sowie eine Schenke hatten. Wann die Scholtisei mit dem zugehörigen Gutsbesitz in den Besitz der Allnochs kam ist bisher unbekannt. Spätestens zur Zeit des 30 jährigen Krieges (1618-1648) war bis 1642 Barthel Allnoch als Scholze der Besitzer der Scholtisei. Danach folgte als Scholze Hans Allnoch (1642 - 1669). Alle namentlich bekannten Nachfahren mit dem Namen Allnoch stammen aus diesem Stammsitz in Schlesien.

 Bild: Allnoch-Wappen


Neuwalde - Die Rittermäßige Scholtisei Neuwalde

 

 

Bild: Die Rittermäßige Scholtisei Neuwalde (Ort: Neuwalde polnisch: Nowy Las) in Oberschlesien, nahe der heutigen polnisch-tschechischen Grenze. Am Eingang der Scholtisei war das Allnoch-Wappen angebracht. 

 

Die Scholtisei in Neuwalde war von ca. 1630 bis 1883 im Besitz der Familie Allnoch. Das Gebäude in der abgebildeten Form stand zwischen der Kirche und der heutigen Bahnlinie. Der letzte Scholze war Emil Allnoch, der nach vorherigen Verkäufen nur noch den Rest des Gutes (ca. rd. 42 ha) an Joesph Ritter verkaufte und Neuwalde verließ. Josef Ritter starb 1909. Danach wurde das Gut aufgeteilt und die Scholtisei u.a. auch als Postagentur genutzt, wie auf einer alten Postkarte aus dem Jahr 1924 zu sehen ist. Wann das Gebäude abgerissen bzw. geschliffen wurde, ist unklar. Aus mündlicher Überlieferung stand das Scholtisei-Gebäude offenbar Ende der 1930iger Jahren schon nicht mehr bzw. war eine Scholtisei schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bekannt. Sicher bestätigt ist das allerdings bisher nicht.       

Von Bedeutung ist neben der Scholtisei in Neuwalde u.a. die Freie Erbscholtisei Beigwitz (um 1800, Anton Allnoch), deren Vorfahren ebenfalls aus Neuwalde stammen. Die Scholtisei in Neuwalde lag südlich, die Scholitsei in Beigwitz nördlich der Kreisstadt Neiße. Beide Ortschaften liegen knapp 25 km auseinander, in der Mitte die Stadt Neiße. Neiße wurde 1223 gegründet und auch als das "schlesische Rom" bezeichnet. Ein Familienzweig aus der Freien Erbscholtisei Beigwitz ist mit dem Rittergutsbesitz der Allnochs in Schmelzdorf (Julius Cäsar Josef Allnoch) verbunden.

Ein österreichischen Zweig der Familie Allnoch aus dem Ort Neuwalde ist über Alois Allnoch von Edelstadt bekannt geworden. Aus dieser Linie stammt im kroatischen Ort Samobor die Allnoch-Villa. Sohn Oswald Allnoch von Edelstadt hatte 1884 die erste kroatische Stöckefabrik [tvornica štapova, s. Punkt 26] in Bregana gegründet. Das Gelände mit samt Gebäuden steht aktuell zum Verkauf.


Die verschiedenen Allnoch-Familienzweige

Geht man in den Zeitraum 1630 - 1700 zurück, dann kristallisieren sich derzeit drei richtungsweisende - nicht abschließende - Familienzweige der Allnochs in Neuwalde heraus, hier ausgehend um das Jahr 1700 herum:

  • Scholtisei-Linie
    Allnoch, Georg, Scholtiseibesitzer, Neuwalde, um 1700, Scholtisei-Linie bis Verkauf d. Scholtisei durch Emil Allnoch 1883, weichende Erben führen zum Beigwitz-und Schmelzdorf-Zweig, Allnoch Villa in Neuwalde - bis 1946
  • Allnoch-Zweig bis Kriegsende in Neuwalde verblieben
    Allnoch, Michael (geb. um 1700), Neuwalde und Catharina Glatzel, Neuwalde-Linie, außerhalb der Scholtisei, Joseph Allnoch (13.01.1727 - 09.08.1793) & Anna,  Lorenz Allnoch (geb. 27.10.1769) & Regina Christ, Lorenz Allnoch (geb. 12.11.1799) & Ros Hoheisel, usw. bis K(C)arl Allnoch (1872 - 1946) in Neuwalde  - bis 1946
  • Allnoch-Zweig Österreich
    Allnoch, Martin (geb. 15.07.1683), Neuwalde, Österreich-Linie der Allnochs (Allnoch von Edelstadt, Freiherr von Allnoch zu Edelstadt), Zeugnis gibt noch die Vila Allnoch in Samobor (Kroatien)   

Ein weiterer Familienzweig der Allnochs ist in den USA (u.a. Texas) nachweisbar. Vor allem im 19. Jhd. kam es auf Grund des hohen Bevölkerungswachstums zu einer Auswanderungswelle in die USA. Unklar ist noch, aus welcher der Allnoch-Linien der oder die Auswanderer stammen.

 

Was ist eine Erbscholtisei?

Eine Erbscholtisei ist der schlesische Ausdruck für den Besitz und das Schulzenamt (Schultheiß), welches so viel wie Gemeindevorsteher beinhaltet. Der Schulze war demnach Inhaber eines erblichen Grundbesitzes, verbunden mit dem Amt eines Bürgermeisters und der Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit. Aus diesem Grund wurden sie auch als Erb- und Gerichtsschulzen bezeichnet. Auch in Niedersachsen und Westfalen war der Besitz als Schulzenhof genannt, in Süddeutschland als Meierhöfe und im städtischen Bereich als Vogtei.


Bedeutung des Namens Allnoch

Eine in Auftrag gegebene wissenschaftliche Analyse am Zentrum für Namensforschung in Leipzig hat ergeben, dass einiges für einen örtlichen Herkunftnamen spricht. Der Name "Allnoch" kann danach ursprünglich zum einen in Südwestdeutschland entstanden und im Zuge der Siedlungsbewegung dann nach Schlesien gelangt sein, wo er dann seine äußere Form den dialektischen Gegebenheiten in Schlesien entsprechend in "Allnoch" veränderte.

Ausgangspunkt des Namens "Allnoch" ist nach dem Gutachten die ursprüngliche Form "Altenach".  Altenach ist ein elsässischer Ort, heute im französischen Departement Haut-Rhin gelegen (zwischen Basel und Belfort). Erstmals erwähnt wurde der Ort Altenach 1302, der Ursprung des Ortsnamens Altenach wird laut Wikipedia in der Bezeichnung "Alti Ach" (Alter Bach) vermutet.


Der Nachname Allnoch als Herkunftsname


Die ältesten Familiennamen gibt es erst seit dem 9. Jhd. Dabei handelt es sich um eine Erfindung der Italiener. Nachnamen bzw. Beinamen sind oft Berufe (Müller, Schmidt, Fischer), Wohnstättennamen, Eigenschaften von Personen (Klein, Lang), Familiennahmen aus Rufnamen, etc. Menschen hatten zunächst nur einen Rufnamen, erst ab dem 12. Jahrhundert wurde zunehmend ein Beiname hinzugefügt. Dieser Prozess reichte bis ins 15./16. Jahrhundert. Neue Familiennamen gibt es heute in Deutschland praktisch nicht mehr. 

Der Familienname Allnoch kann als geographischer Herkunftsname (aus einem Ort) mit der Bedeutung "der aus Altenach stammende" erklärt werden. Durch die schlesische Sprach- und Lautanpassung (typische Vokal-Verdunkelung von a nach o in Schlesien) wurde daraus der Name Allnoch. Eine frühe Namensform "Allnach" lässt sich in Schlesien (Schweidnitz) historisch nachweisen, die ähnliche Namensform "Alnach" kann z.B. 1619 in Mosbach (Baden) nachgewiesen werden.


Wenn Sie noch interessante Informationen zur Allnoch-Familiengeschichte, über Bildmaterial für diese Plattform verfügen oder wissen wollen, wie Ihre Vorfahren mit dem Stammsitz in Neuwalde verbandelt sind, dann wenden Sie sich gerne an Norbert Allnoch (aus der Linie: Michael Allnoch), E-mai: info(at)allnoch.com.